Balkon, Terrasse oder Wintergarten?

Ein Vergleich der Freiluft-Varianten

Wenn es draußen stürmt und regnet, dann ist man natürlich froh in einem warmen Wohnzimmer zu sitzen und dem Wind-Spektakel durch dicke Fensterscheiben zuschauen zu können. Doch sobald die Sonne wieder hervorkommt und die Temperaturen nach oben klettern, würde man den sicheren Sessel am liebsten gegen einen Platz an der frischen Luft eintauschen. Doch viele Wohnungen und Häuser haben nicht den Luxus eines Balkons, Wintergartens oder einer Terrasse. Deshalb steht dieser Punkt bei einer Hausrenovierung bzw. Wohnraummodernisierung ganz oben auf der Wunschliste. Bei einer Altbausanierung ist es mittlerweile Standard, dass ein Balkon auf der Hofseite angebracht wird. So ein Freisitz vergrößert nicht nur die Wohnfläche und steigert die Wohnqualität, auch kann dadurch die Immobilie aufgewertet werden, vor allem im dicht gedrängten Wohnraum einer Stadt.

Außenbereich wertet die Immobilie auf

Natürlich ist nicht jedes Gebäude bzw. jeder Garten für das Nachrüsten von Wintergarten, Terrasse oder Balkon geeignet. Doch inzwischen gibt es viele verschiedene Ansätze und Systeme, die Ihnen eine individuelle Wintergarten-, Balkon- oder Terrassengestaltung ermöglichen. Voraussetzung hierfür ist genügend Abstand zur Grundstücksgrenze, der nur in besonderen Fällen unterschritten werden darf. Teilweise muss auch der Sichtschutz zu den Nachbarn gewährleistet sein. Speziell für Dachterrassen gilt: Eine sichere Feuchtigkeitsabdichtung sowie Wärmedämmung zum darunterliegenden Wohnraum ist notwendig. Spezielle Vorteile, Anforderungen und Möglichkeiten haben wir Ihnen hier zusammengestellt. 

1. Terrasse & Balkon – eine offene Fläche im Freien

Eine Terrasse bzw. ein Balkon sind die einfachste Möglichkeit, um dauerhaft einen Platz an der Sonne zu bekommen. Dabei handelt es sich um eine offene Fläche, die mit dem Haus und ggf. mit dem Garten verbunden ist. Je nach Größe können Sie hier spezielle Gartenmöbel sowie Pflanzenkübel aufstellen und im Sommer viel Zeit im Freien verbringen. Der große Nachteil im Vergleich zum Wintergarten: Die offene Fläche kann nur bei gutem Wetter und warmen Temperaturen genutzt werden. Die Hälfte des Jahres liegt sie brach.  

a) Die wichtigsten Fragen für die Planung

Bevor Sie einen Balkon oder eine Terrasse anlegen und gestalten können, müssen Sie grundsätzliche Fragen bei der Planung klären. Zum Beispiel die Lage: Wo ist der beste Platz für die offene Fläche? Die meiste Sonne bekommen Sie bei einer Ausrichtung nach Süden oder Westen. Außer Sie wollen morgens im Freien frühstücken, dann bietet sich die östliche Himmelsrichtung an. Allerdings müssen Sie auch den Schattenwurf von benachbarten Bäumen und Häusern einkalkulieren – der verhält sich im Sommer etwas anders als im Winter. So spendet ein Laubbaum im Sommer zum Beispiel angenehmen Schatten und im Winter scheint die Sonne durch seine kahlen Äste. Die Größe und Form Ihrer Terrasse bzw. Ihres Balkons sollte sich nach dem Design und der Größe Ihres Hauses sowie nach dem Zweck der Freifläche richten. Sollen Kinder darauf spielen können oder ist der Platz eher für erholsame Stunden auf der Sonnenliege gedacht? Gerade für Grill-Fans bietet eine Fläche unter freiem Himmel ganz neue Möglichkeiten zur Ausübung ihres Hobbys. 

b) Material für den Terrassenbelag

Nachdem Sie die Größe, Form und Position Ihres neuen Balkons bzw. Ihrer Terrasse festgelegt haben, geht es mit dem Terrassenboden bzw. Balkonbelag weiter. Hier gibt es auch wieder verschiedene Möglichkeiten – von der Holzterrasse über Terrassenplatten aus Naturstein bis hin zum Kunststoffbelag. Jedes Material hat spezifische Vor- und Nachteile und sollte sowohl witterungsbeständig sein als auch bei Sonnenschein nicht zu heiß werden. So sehen Holzdielen und Natursteinfliesen besonders edel aus, brauchen aber auch besonders viel Pflege. Waschbetonplatten und Kunststoffbelag sind eher günstig und schnell verlegt, zeigen aber auch schnell Abnutzungserscheinungen. Grundsätzlich gilt: Je größer die Terrassenplatten, desto ruhiger wirkt der Terrassenboden und desto schwieriger ist er zu verlegen. Je nach Material und Gewicht benötigen Sie dann noch eine Unterkonstruktion aus Holz oder Beton für Ihre Terrasse. Bei schweren Steinplatten reicht schon ein ebenes Kiesbett. Bloß das geringfügige Gefälle und die Ablaufrillen für das Regenwasser dürfen Sie nicht vergessen. 

c) Schutz vor Wind, Sonne & neugierigen Blicken

Eine Terrasse bzw. ein Balkon ist mehr als nur eine freie Fläche. Denn ohne die schützenden Wände eines Wintergartens ist der Anbau Wind und Wetter sowie den Blicken der Nachbarn ausgesetzt. Deshalb sollten Sie bei der Planung gleich noch den passenden Schutz einkalkulieren. Gegen die prasselnde Sonne hilft eine Markise oder ein Sonnensegel. Noch flexibler ist ein Sonnenschirm. Wer sich das ständige Öffnen und Schließen sparen will, der kann auch eine Terrassenüberdachung anbringen und hat damit seine Ruhe. Allerdings lässt sich so ein Dach auch nachrüsten. Neugierige Blicke und den Wind halten Sie mit hohen Topfpflanzen, einer kleinen Hecke oder auch Bambus auf Abstand. Der Sichtschutz sollte platzsparend sein und den Ausblick in den Garten nicht zu sehr einschränken. Gleichzeitig wollen Sie sich nicht ständig beobachtet fühlen.  

2. Wintergarten – das ganze Jahr Natur

Ein Wintergarten besteht größtenteils aus Glas und ist ein Anbau an Ihr Wohnhaus. Entsprechend aufwendiger und teurer ist die Konstruktion als bei einer Terrasse. Dafür erlaubt Ihnen ein Wintergarten die ganzjährige Nutzung des Raumes, was wiederum viele Vorteile mit sich bringt. 

a) Nutzung im Winter

Ein Wintergarten ist wie ein extra Raum aus Glas, der Ihnen zu jeder Jahreszeit einen Blick in den Garten ermöglicht. Mit dem Einbau von Schiebe- oder Falttüren können Sie die Glaskonstruktion im Sommer öffnen, um sich den Wind um die Nase wehen zu lassen. Ansonsten ist ein professionell errichteter Wintergarten ein kleines klimatisches Wunderwerk, das durch ein ausgeklügeltes Lüftungs- und Heizungssystem weder überhitzt noch Schimmel ansetzt. Heizen ist im Winter Pflicht, wobei die Sonne den Raum durch die große Glasfront zusätzlich erwärmt und somit einen Klimapuffer zum restlichen Wohnraum schafft. So können Sie den Wintergarten auch im Winter ganz normal nutzen, zum Beispiel zur Überwinterung frostempfindlicher Pflanzen.

b) Schutz vor Schimmel & Überhitzung

Im Gegensatz zu einer Terrasse oder einem Balkon zählt ein Wintergarten aufgrund seiner ganzjährigen Nutzung als zusätzlicher Wohnraum. Somit benötigen Sie für den Anbau auch eine Baugenehmigung. Außerdem gelten für den Wintergarten ähnliche Bestimmungen wie für Innenräume, zum Beispiel eine isolierte Bodenplatte sowie die Energieeinsparungsverordnung für Glasdächer und Seitenelemente. Durch den großen Glasanteil und die Lage mitten im Garten muss die Konstruktion besonders gut vor Feuchtigkeit, Kälte und Hitze geschützt werden. Wie im Wohnraum sollte die Raumtemperatur konstant über 19 Grad Celsius liegen. Im Winter ist hierfür eine separate Heizung notwendig, im Sommer muss der Glaskasten hingegen mit einer Wintergartenbeschattung vor Überhitzung geschützt werden. Ein außenliegender Sonnenschutz fängt die meiste Wärme ab, sodass weder Mensch noch Pflanze schwitzen muss. Eine automatische Lüftung sorgt für regelmäßige Abkühlung. Wärmespeichernde Wand- und Bodenfliesen geben die überschüssige Energie zu den kühlen Abendstunden wieder ab. 

Wintergarten vs. Terrassendach vs. Balkondach

Mit einer Überdachung nähern sich Terrasse und Balkon dem Wintergarten an, sind von der Konstruktion her aber doch noch recht unterschiedlich. Erst einmal erweitern alle Varianten den Wohnraum nach außen und nutzen die Sonnenenergie zum Beheizen der zusätzlichen Fläche. Allerdings handelt es sich bei einer Terrassenüberdachung bzw. bei einem Balkondach um ein offenes bzw. teilgeschlossenes System, während ein Wintergarten ein komplett geschlossenes und isoliertes System darstellt. Das bedeutet, dass eine Terrasse bzw. ein Balkon mit Glasdach und Seitenwänden trotzdem nicht den Voraussetzungen für eine ganzjährige Nutzung entspricht. Der Überbau hält den Regenschauer, den Lärm und die Sonnenstrahlen im Sommer ab, ist aber nicht ausreichend isoliert. Vorteil: Für eine Überdachung ist keine zusätzliche Belüftung und Heizung notwendig, da die Konstruktion genug Luft durchlässt. Nur ein wenig Beschattung kann gegen die Hitze unter der Glaskuppel helfen. Nachteil: Weder Pflanzen noch Menschen können unter der Glaskonstruktion überwintern. Bei einer Glasüberdachung des Balkons oder einem schwebenden Wintergarten ist außerdem zu beachten, dass die Konstruktion zusätzliches Gewicht mit sich bringt, die der Balkon halten muss.

Sicherheit vom Fachmann

Wintergarten, Balkon oder Terrasse – was darf es sein? Meistens hat man bei einer Hausrenovierung nicht die freie Auswahl, sondern muss sich an die Gegebenheiten anpassen. Aber durch moderne Systeme und individuelle Lösungen können viele alte Häuser und Wohnungen durch zusätzliche Fläche im Außenbereich aufgewertet werden. Wichtig sind hierbei eine exakte Planung und Durchführung vom Fachmann, um Statik und klimatische Vorgaben zu erfüllen. Sonst fängt die Konstruktion schon nach kurzer Zeit an zu schimmeln oder zu rosten, da sie starken Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt ist. Bei einem Beratungsgespräch zeigen wir Ihnen gern die verschiedenen Möglichkeiten für Ihren neuen Außenbereich – passend zu Ihren Vorstellungen und Wünschen.

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