Fliesen und Steinböden in Haus und Wohnung

Elegant und pflegeleicht zugleich!

Denken Sie an einen Wohnraum mit dunklen, massiven Holzmöbeln und -böden. Und jetzt denken Sie an einen Raum mit Terracottafliesen und hellen Holzmöbeln. Erlauben Sie sich noch ein letztes Gedankenspiel: Was sehen Sie vor sich, wenn Sie an einen Raum mit Steinböden und modernen Möbeln denken?

Die Innenarchitektur bestimmt gemeinsam mit Design und Material über das Ambiente eines Raumes. Dabei nimmt der Bodenbelag eine wichtigere Rolle ein, als man ihm allgemein zugestehen mag.

Fliesen nur in Küche und Bad?

Kennen Sie jemanden, der in den Nassräumen vollständig ohne Fliesen auskommt? Es gibt zwar Individualisten, die ihr Bad im Industrial-Style gestalten, aber auch hier setzen die Designer auf einen gut durchdachten Mix aus Beton, Stein und Keramik. Ganz ohne Fliesen geht es dann doch nicht.

In den Nassräumen werden die keramischen Platten zum Schutz gegen Schimmel und Algen eingesetzt. Dabei hat sich die Art der Herstellung seit Jahrhunderten kaum verändert. Der Ton wird in Form gepresst, glasiert und gebrannt. So entsteht eine wasserundurchlässige Platte, die an Boden oder Wand angebracht, und mit Mörtel verfugt wird.

In südlicheren Gegenden ist der Keramik- und Steinboden das bei weitem beliebteste Material für das Bodenkleid. Schließlich hält es die Füße in heißen Sommertagen angenehm kühl. Aber nicht nur im Mittelmeerraum sind Menschen von der Atmosphäre begeistert, die der Fußboden aus Stein im Wohnraum schafft.

Toscana-Feeling: Fliesen im Wohnraum

Je nach Art des verwendeten Materials schaffen Fliesen entweder Luxus-Flair oder Urlaubsfeeling. Denken Sie noch einmal zurück an unser Gedankenexperiment zu Beginn dieses Artikels: Die Terracottafliese ist der Inbegriff von Sommer, Sonne und Meer. Glänzender Naturstein hingegen verleiht dem Raum eine ehrwürdige Präsenz.

Verschiedene Arten von Steinböden

Der signifikanteste Unterschied zuerst: Es besteht ein großer Unterschied zwischen Naturstein und Feinsteinzeug. Während ersteres ein völlig natürliches Produkt ist, wird Feinsteinzeug industriell gefertigt. Meist ist die maschinell hergestellte Bodenfliese günstiger als das Original.

Liste der wichtigsten Steinarten

Foyait (Azul Bahia)

Herkunft: Brasilien

Granit

Herkunft: auf allen Erdteilen auffindbar

Vorkommen in Europa: unter anderem Alpengebirge, Brixen in Südtirol, Bayrischer Wald, Erzgebirge, Bretagne, Striegau und Zobten in Polen, Mühlviertel und Waldviertel

Kalkstein

Herkunft: unter anderem Kalkalpen, Schwäbische Alb, Fränkische Alb, Kroatien, Vietnam, Schwarzwald, Französische Jura

Schiefer

Herkunft: unter anderem Rheinisches Schiefergebirge, Portugal, Südamerika, Schweiz, Spanien, Frankreich, Luxemburg, Belgien

Syenit

Herkunft: unter anderem aus dem Schwarzwald, Thüringer Wald, Norwegen, Dänemark

Marmor

Herkunft: unter anderem aus Griechenland, Carrara in Italien, Krastal in Österreich, Fichtelgebirge, Erzgebirge

Rhyolit / Porphyr

Herkunft: unter anderem aus dem Thüringer Wald, Odenwald, Polen, Frankreich, Trentino, Indonesien, Chile, Mexico, Peru, Skandinavien

Sandstein

Herkunft: auf allen Erdteilen auffindbar

Vorkommen in Europa: Elbsandsteingebirge, Zittauer Gebirge,

Serrizo / Gneis

Herkunft: Südtirol, Indien, Tessin, Bayrischer Wald, Piemont, Tirol, Kärnten

Serpentinit

Herkunft: Österreich, Italien, Schweiz, Frankreich, Italien, Korsika, Kroatien, Russland, Tschechien, Sächsisches Erzgebirge, Bayrischer Wald, Polen

Tonalit

Herkunft: Fichtelgebirge, Bayrischer Wald, Amerika (Pazifikküste), Norwegen

Travertin

Herkunft: unter anderem aus Thüringen, Frankreich, Kroatien, Tschechien, Bulgarien, Baden-Württemberg, Slowakei, USA

Quarzit

Herkunft: Steiermark, Skandinavien, Bretagne, Spanien, Südtirol, Italien, Norwegen, Brasilien

Prunkvoll, elegant und edel: Extravagante Natursteinfliesen

Naturstein ist nicht billig. Besonders kostspielig sind Bodenfliesen aus Marmor, Granit, Kalkstein und Quarzit. Daher werden sie auch gerne nur als Eyecatcher für kleine Flächen eingesetzt. Kleine Bäder scheinen für edle Natursteinfliesen wie geschaffen. Hier wird der Einsatz von rosa Marmor oder Kalkstein leistbar.

Günstige Alternativen zu Natursteinfliesen

Für alle, die nicht ganz so tief ins Portemonnaie greifen wollen, gibt es Steinzeug oder Feinsteinzeug als günstige Alternative. Sie können optisch in vielen Fällen mit den Natursteinfliesen mithalten. Fliesen in Schiefer- oder Marmoroptik sind für den Laien oft nicht von Naturstein zu unterscheiden.

Keramikfliesen: Qualitätsunterschiede erkennen

Oft verrät bereits der Preis viel über die Qualität der Fliese. Handgemachte Keramikfliesen werden auch in Deutschland noch immer in kleinen Handwerksbetrieben hergestellt. Jede einzelne Fliese wird dabei liebevoll einzeln bearbeitet. Fliesen mit der Aufschrift Made in China gehen in sehr vielen Fällen aus Massenproduktionen hervor. Zwar wird auch hier der Rohstoff in Form gebracht, glasiert und gebrannt. Mit einem kleinen, aber feinen Unterschied: Sie werden rein maschinell gefertigt.

Fliesen versus Teppichböden

Zugegeben: Teppichböden speichern im Winter Wärme. Deshalb hat sich der faserige Bodenbelag vor allem in nördlichen Gebieten durchgesetzt. Wenn Sie sich jedoch mit dem angeblich „kalten“ Fliesenbelag für eine Fußbodenheizung entscheiden, stimmt auch diese Annahme nicht mehr so ganz. Fliesen haben nämlich die Eigenschaft, Wärme zu speichern und an die Umgebung abzugeben. Lediglich in großen Räumen können alternativ dazu noch Teppichbrücken zur besseren Wärmeregulierung vorteilhaft sein. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Fliesen- oder Steinboden viel leichter zu reinigen ist. Allergiker sind also grundsätzlich mit einem glatten Belag besser beraten.

Wenn man das wichtigste Argument PRO Fliesen berücksichtigt, ist der Vergleich Fliese gegen Teppichboden fast wie ein Schlag ins Gesicht: Fliesen haben eine enorm lange Lebensdauer. Sie können unter Umständen ihren Besitzer sogar überleben. Teppichböden hingegen haben eine maximale Lebensdauer von zehn Jahren. Nach dieser langen Zeit haben die Füße dem Belag jedoch sichtbar zugesetzt. Das kann bei einer Fliese nicht passieren. Sie bleibt auch nach Jahrzehnten noch schön anzusehen.

Fliesen versus Parkett

Optisch kann ein schöner, heller Parkett mit dem Natursteinboden vielleicht mithalten. Über Geschmack lässt ja sich bekanntlich nicht streiten. Aber auch in diesem Fall kann der empfindliche Holzboden nicht mit der Langlebigkeit einer Fliese mithalten. Zwar ist es möglich, dass er jahrzehntelang auf dem Boden verbleibt, so ganz ohne optische Einbußen geht es aber nicht. Ein Parkettboden muss intensiv gepflegt und gewartet werden. Der robuste Fliesenboden nicht.

Fliesen versus Laminat

Bei diesem Vergleich reißt es einem Natursteinliebhaber das Herz aus der Brust. Schon allein optisch klaffen hier Welten auseinander. Sicher kann auch ein Laminatboden schön sein. Aber im Vergleich zu einem Naturstein- oder Feinsteinzeugboden verblasst seine Schönheit oft schnell. Auch hier gilt: Der Laminatboden kann nicht mit der langen Lebensdauer einer Fliese aus Keramik oder Naturstein mithalten. Einziger Vorteil des Laminatbodens: Er ist um einiges günstiger.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Natursteinfliesen

Achten Sie beim Kauf von Naturstein auf den Härtegrad des Steines. Dieser entscheidet über die Widerstandskraft der Fliese:

  • Praktisch unzerstörbar ist Magmatisches Gestein wie Granit, Tonalit oder Rhyolit.
  • Unempfindlich ist Sedimentgestein wie Sand- und Kalkstein.
  • Metamorphes Gestein ist die Gruppe der empfindlichsten Gesteinsarten. Dazu gehört unter anderem Quarzit, Marmor und Schiefer.

Steingut, Steinzeug und Feinsteinzeug

Achten Sie beim Kauf auf die Unterscheidung dieser drei Begriffe. Fliesen aus Steingut sind porös und empfindlich. Sie eignen sich nur zur Verkleidung von Wänden im Innenbereich. Steinzeug ist im Vergleich belastbarer, sodass sie auch für Böden im Innen- und Außenbereich verwendet werden können. Besonders strapazierfähig ist Feinsteinzeug. Wer auf die Widerstandsfähigkeit Wert legt, der hält Ausschau nach unglasierten Feinsteinzeugfliesen.

Fliesen allgemein

Beim Kauf von Fliesen können Sie die Qualitätsunterschiede auf folgende Weise schnell erkennen:

  • Fragen Sie den Händler nach der Wasseraufnahme der Fliese. Denn je weniger Wasser sie aufnimmt, desto robuster ist die Bodenfliese.

  • Die Abriebklassen 1–5 geben Auskunft über die Intensivität der Beanspruchung, der das Material standhält. Dabei steht die Abriebklasse 1 für Fliesen, die nur einer sehr geringen Beanspruchung ausgesetzt werden sollten, und die Abriebklasse 5 für eine hohe Widerstandsfähigkeit, auch bei hoher Belastung.

  • Die Bewertungsgruppen R9 bis R13 informieren über die Trittsicherheit einer Fliese. Die beste Trittsicherheit bieten Fliesen der Note R13.

  • Ein weiteres qualitatives Unterscheidungsmerkmal sind die Noten A, B und C. Diese geben über die Rutschfestigkeit der Fliese Auskunft. Die höchste Rutschfestigkeit bieten dabei Fliesen der Bewertungsgruppe C.

Fliesen sehen so gut wie in jedem Raum fabelhaft aus. Berücksichtigen Sie die aufgelisteten Qualitätsmerkmale, haben Sie garantiert für eine sehr lange Zeit eine Freude an Ihrem Bodenbelag. Auch Feinsteinzeug kann qualitativ hochwertig verarbeitet sein. Sie müssen also nicht unbedingt zum teuren Naturstein greifen. Und um die Optik von modernem Feinsteinzeug müssen Sie sich jedenfalls keine Gedanken machen. Der Vorteil dabei: Auf diese Weise bleibt mehr Bares in der Geldbörse.

Fliesen sehen so gut wie in jedem Raum fabelhaft aus. Berücksichtigen Sie die aufgelisteten Qualitätsmerkmale, haben Sie garantiert für eine sehr lange Zeit eine Freude an Ihrem Bodenbelag. Auch Feinsteinzeug kann qualitativ hochwertig verarbeitet sein. Sie müssen also nicht unbedingt zum teuren Naturstein greifen. Und um die Optik von modernem Feinsteinzeug müssen Sie sich jedenfalls keine Gedanken machen. Der Vorteil dabei: Auf diese Weise bleibt mehr Bares in der Geldbörse.

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