Laminat - Ein robuster und schicker Bodenbelag

Die Welt der Bodenbeläge ist vielfältig wie nie zuvor. Haus- und Wohnungsbesitzer haben die Qual der Wahl beim Kauf eines Bodens. Ob Parkett-, Kork- oder Teppichboden. Laminat ist ein äußerst beliebter Bodenbelag, da er nicht nur gut aussieht, sondern auch noch sehr pflegeleicht ist. Die Auswahl im Fachhandel ist sehr groß und die Hersteller buhlen um die Gunst der Kunden, doch es gibt auch erhebliche Qualitätsunterschiede auf die geachtet werden sollte.

Was ist Laminat?

Laminat ist ein Bodenbelag, der aus mehreren Schichten besteht. Von der Optik imitiert er hochwertige Holzböden. Jedoch handelt es sich nicht um Echtholz, sondern um eine Dekorschicht aus Kunststoff. Dadurch ist ein Laminatboden deutlich günstiger als Parkett.

Laminat besteht aus mehreren Schichten:

  1. Deckschicht
  2. Dekorpapier
  3. Trägerschicht
  4. Gegenzugschicht

Woraus die einzelnen Schichten bestehen und wie sie zusammengesetzt sind, lesen Sie am Ende des Artikels.

 

Laminat versus Parkett

Laminat ist oftmals so gestaltet, dass es optisch aussieht wie ein Echtholzboden. Doch inwiefern unterscheidet sich das Laminat vom Parkett? Zunächst einmal: Beide Böden verleihen den eigenen vier Wänden eine besondere Note und die Zimmer bekommen dadurch einen einladenden und warmen Charakter.

Ein Parkettboden ist aus massiven Holzstücken gefertigt, besteht entweder aus einer oder mehreren Schichten. Die aus Holz bestehen, wobei die erste Schicht immer Massivholz ist. Parkett ist in mehreren Holzsorten verfügbar.

Viele Haus- und Wohnungsbesitzer entscheiden sich beispielsweise für Eiche oder Buche. Darüber hinaus ist Laminat aufgrund der verwendeten HDF-Platten gegenüber Stößen unempfindlicher als Parkett und dunkelt weniger nach.

Ein wesentlicher Unterschied besteht darin, dass Parkett im Wohnraum Abnutzungserscheinungen im Laufe der Zeit unterliegt. Um diese Schäden zu beheben, kann der Holzfußboden einfach abgeschliffen und neu versiegelt werden. Laminat kann dagegen nicht abgeschliffen werden.

Hier kann nur eine einzelne Platte ausgetauscht werden, je nachdem wie lange das Laminat schon im Wohnraum liegt, fällt dies aber auf. In vielen Fällen sollte dann ein kompletter Austausch stattfinden.

Beide Bodenarten haben ihre Vor- und Nachteile, die im Vorfeld eines Kaufes genau gegeneinander abgewogen werden sollten.

Parkett oder Laminat

Qualitätsunterschiede beim Laminat

Laminat ist nicht gleich Laminat. Bei dem Boden gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Einige Kriterien, an denen die Qualität bemessen werden kann, sind nachfolgend zusammengefasst.

Aufbau

Wie bereits erwähnt, besteht die Laminatpaneele aus mehreren Schichten. Üblich sind die drei Hauptschichten Deckschicht, Dekorpapier und Trägerschicht. Höherwertiges Laminat verfügt zusätzlich über das Underlay zwischen der Trägerplatte sowie dem Obermaterial.

Zudem gibt es Laminat, wie zum Beispiel Vinyllaminat, die statt der Holzfaser- über eine Kunststoffplatte verfügen.

Länge und Breite

Qualitätsunterschiede zeigen sich ebenso bei der Länge und Breite. Standard bei heutigem Laminat ist eine Länge von 1.285 Millimetern und eine Breite von 192 bis 194 Millimetern. Allerdings sind auch andere Größen denkbar.

Diese haben wiederum Vor- und Nachteile. Längere Dielen mit 2.000 Millimetern kommen zwar mit weniger Fugen aus. Ein gewisses Können beim Verlegen wird hier jedoch verlangt. Für ungeübte Laien ist es nicht zu empfehlen.

Widerstandsfähigkeit des Materials

Egal wie hoch der Preis für das Laminat ist. Es ist nicht vor Stößen, Kratzern und anderen Beschädigungen gefeit. Es kommt auf die Dicke der Oberschicht an, wie schwerwiegend die Beschädigungen ausfallen.

Die Schicht kann durchaus den einen oder anderen Kratzer abhalten. Hier gilt der Grundsatz: Je dicker die Laufschicht ist, desto widerstandsfähiger ist das Laminat gegen Kratzer und Stöße.

Qualitätsunterschiede zeigen sich zudem bezüglich der Wasserempfindlichkeit. Wasser lässt den Laminatboden bekanntlich aufquellen. Doch dies ist nicht bei jedem Laminat-Typ so. Wenn eine ordnungsgemäße Versiegelung stattgefunden hat, ist wenig zu befürchten.

Diese kann übrigens auch im Nachhinein vorgenommen werden.

Ähnlich wie bei anderen Böden spiegelt sich die Qualität des Laminats im Preis wieder. Je mehr die Paneelen kosten, desto qualitativer ist die Verarbeitung. Zudem garantiert ein höherer Preis eine größere Widerstandsfähigkeit.

Aktuelle Trends beim Laminat

Die Hersteller haben das Laminat über die Jahre ausgereift. 2019 wird sich dementsprechend bei dem Bodenbelag wenig verändern, wie unter anderem auf der Fachmesse Bau ersichtlich wurde. Dennoch legen die Anbieter von Laminat den Fokus auf strukturierte Oberflächen.

Stein- und Holz-Oberflächen sollen noch echter wirken. Darüber hinaus wird auf Authentizität gesetzt. Es soll optisch nicht mehr auf den ersten Blick erkennbar sein, ob es sich um Laminat- oder Parkettboden handelt.

Laminat verlegen – So einfach geht das

Ein großer Vorteil von Laminat gegenüber Parkett ist, dass es selbst verlegt werden kann. Durch das Click-System fällt das Leimen mit Kleber weg. Dadurch wird der Prozess des Verlegens zusätzlich beschleunigt.

Für geübte Heimwerker stellt die Verlegung kein Problem dar. Folgende Werkzeuge werden dafür benötigt:

  • Hammer (Gummihammer ist auch möglich)
  • Zugeisen
  • Zollstock oder Maßband
  • Laminatschneider oder Säge
  • Teppichmesser

Neben den Werkzeugen sollten bei der Verlegung folgende Materialien verwendet werden:

  • Laminat
  • Ausgleichsmasse
  • Trittschalldämmung
  • Sockelleisten
  • Abstandshalter

Bei der Laminatverlegung muss die Aufbauhöhe berücksichtigt werden. Unter den geöffneten Türen sollte noch ein Spielraum bleiben. Zudem sollte die Schicht nur so hoch sein, dass am Übergang zum Nebenzimmer oder Flur kein Absatz entsteht.

Laminat korrekt pflegen

Grundsätzlich gilt: Laminat ist pflegeleicht. Dennoch gibt es einige Tipps zur Reinigung und Pflege. Bei der Pflege von Laminat gilt das Motto „Weniger ist mehr“.

Kleine Verschmutzungen können streifenfrei mit Wasser und einem Tuch schnell entfernt werden. Anders als beim Parkett sollte bei der Laminatpflege auf Wachse oder Öle verzichtet werden. Dadurch können ein Schmierfilm und sogar Kratzer auf dem Boden entstehen.

Darüber hinaus schützen Matten vor allem im Eingangsbereich von Häusern und Wohnungen das Laminat.

Möbel, wie Stühle und Tische, können zusätzlich mit Filzgleitern versehen werden. So werden Kratzer vermieden.

Laminat richtig säubern und pflegen

Exkkurs: Die Laminat-Schichten im Einzelnen

1. Schicht

Die oberste Laminatschicht ist die sogenannte Diese zeichnet sich durch ihre Robustheit aus. In vielen Fällen besteht die Schicht aus Melaminharz. Das Kunstharz macht das Laminat wasserbeständig und somit abwaschbar.

Die Deckschicht ist beim Laminat besonders wichtig, da der Boden einiges ertragen muss. Sie schützt vor Zigarettenglut, Pfennigabsätzen bei Schuhen oder vor Flüssigkeiten, wie Alkohol, Saft oder Wasser

2. Schicht 

Die zweite Schicht beim Laminatfußboden ist das Dekorpapier. Dies ist die optisch wahrgenommene Oberfläche. Das Dekorpapier kann auf verschiedenste Weise bedruckt werden.

Eine Einschränkung bei der Motivwahl gibt es dabei nicht. Beispiele für Motive sind geometrische Formen oder künstlerische Ornamente.

Wenn Laminat im Kinderzimmer verlegt werden soll, kann das Dekorpapier mit Tiermotiven bedruckt werden.

3. Schicht 

Die dritte Schicht der Laminatplatte ist die Trägerschicht. Charakteristisch für diese Lage ist, dass die Paneele dadurch zusammengehalten wird. Zudem sorgt die Trägerschicht dafür, dass das Laminat formstabil und druckfest ist.

Die Laminat-Hersteller verwenden für die Trägerschicht entweder eine HDF-Platte (hochdichte Faserplatte) oder eine Sperrholzplatte.

Ein weiteres Merkmal der Trägerplatte: Sie ist mit einem Nut- oder Federprofil versehen und zudem mit einem Click-System ausgestattet. Dies gilt heutzutage als Standard bei der Verlegung.

4. Schicht

Neben der Trägerschicht besteht eine Laminatplatte aus der Gegenzugschicht. Diese Schicht ist aus Papier oder Kunststoff und erfüllt die Funktion, dass sich das Laminat bei extremer Belastung nicht verformt.

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